Dienstag, 18. August 2009

15.08. - 18.08.2009 - Sydney

Es sind unsere letzten Tage bevor wir wieder zurueckfliegen, genung Zeit um mit Steve, Steve und Poppers nochmal zu reflektieren und den ganzen Urlaub Revue passieren zu lassen. Vor allem fuer Martin ist es auch mal schoen wieder ein paar Gleichaltrige um sich zu haben, nicht immer die ganzen jungen Huepfer aus den Hostels. Ich bin so gluecklich, dass es langsam in Sichtweite kommt euch alle wieder zu sehen und auf der anderen Seite sehr traurig das Land auf der anderen Seite der Erde hinter mir zu lassen. Dieser Urlaub war grossartig, faszinierend, manchmal anstrengend, lehrsam und unvergesslich. Ich bin voller Dank gegenueber Martin, der das ueberhaupt erst ermoeglicht hat. Ich habe so viel gesehen, dass die ersten Tage des Erzaehlens total durcheinander werden und ich vielleicht wirklich einfach mal eine langweilige gruene Wiese brauche, um zu entspannen und Erinnerungen sacken zu lassen. Dieser Urlaub war wunderbar und wird mir immer in Erinnerung bleiben. Australien ist ein wunderschoenes Land und es lohnt sich die lange Reise aufzunehmen.
'How is it?' - 'Very well, thank you'.

Adelaide - Great Ocean Road - Melbourne and back

Das erste was sich ueber Adelaide sagen laesst, ist, dass Martin seine neue Kreditkarte sofort im Hostel erhalten hat und dadurch das mieten von Autos und unser geplanter Trip nach Melbourne moeglich gemacht wurde - zum Glueck. Das hiess fuer uns, zwei Tage Aufenthalt in Adelaide und danach entlang der Great Ocean Road nach Melbourne.

Die zwei Tage in Adelaide waren sehr ruhig, schliesslich ist dieses Staedtchen nicht besonders spannend. Das wirklich schoene war der Markt, der wirklich eine besonders grosse Auswahl an frischer Ware bot. Vor allem fuer unsern kaeseliebenden Martin war das eine Wonne.

Koennt ihr euch vorstellen, dass wir bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht wirklich viel von der so hochgepriesenen Natur mitbekommen haben. Vor allem haben wir bis dato noch nicht ein richtiges Kaenguruh gesehen. Nur Scharen von Kakadus und anderen Papageien... Wir beschlossen also die gegebene Chance zu nutzen und in den nicht weit entfernten Cleveland Nationalpark zu fahren und uns all die exotischen Tiere ein bisschen naeher anzusehen. Das war echt superschoen. man muss sich das vorstellen, wie ein grosser Streichelzoo, so gut wie alle Tiere liefen in Freigehegen rum, liessen anfassen und knuddeln. Vor allem die Vielfalt an Kaeguruhs und Wallabys vor Ort war sehr beeindruckend. Schoenes Erlebnis, das noch durch bessere Tierbegegnungen getopt werden sollte.

Am Tag darauf machten wir uns voll beladen auf in Richtung Melbourne. Geplant war von Adelaide ca. 500 km nach Port Fairy zu fahren, dort zwischenzustoppen und die folgenden 300km am naechsten Tag zu absolvieren. Der erste Teil des Trips war nicht wirklich aufregend, wie auch, wenn man nur Highway faehrt. Aber immerhin war die Aussicht nicht ganz so langweilig, wie bei unser letzten Tagestour. Suedaustralien sieht an vielen Stellen she wiesig aus, meistens ohne Baeume und einfach nur gruen. Viele Schafe und Kuehe auf den Weiden, teilweise huegelig, dann kommen die Wetland, die trocken sind und dann kommt die Kueste. Ab diesem Teil wurde es wenigsten wirklich schoen nach draussen zu gucken und Fotos zu schiessen. Ich muss auch zugeben, dass es wesentlich einfacher ist zu entspannen, wenn es was zu gucken gibt. Leider waren wir zu diesem Zeitpunkt schon ein bisschen spaet dran,dass heisst, der Tag ging langsam zu ende und die Daemmerung setzte ein. Das bedeutet fuer Australien: 'Achtung Kaenguruhs ueberall!' und 'Fahre ganz bedonders vorsichtig!'. Sollte wir doch tatsaechlich auf unserem letzten langen Trip noch Hopper sehen???

Jaaaaaaaaaaaaaaa...und zwar extrem viele und das heisst wirklich sehr vorsichtig fahren und wirklich auf jede kleinste Bewegung am Strassenrand achten. Und ploetzlich tauchten sie alle auf. Sie staden in Scharen am Waldrand und grasten gemuetlich vor sich hin - und dazwischen Emus, ja auch die haben wir schliesslich auch noch in freier Wildbahn gesehen. Volle Kanne Wildlife - und ich hab sie entdeckt :p das war aleso unser Highlight von Fahrt #1. In Port Fairy kamen wir wirklich sehr spaet an, dunkel wars der Mond schien helle, es war a****kalt - Winter eben halt. Das gute war, dass wir am naechsten Morgen aufgewacht sind, nicht erfroren, aber vollkommen ausgeruht. Auf zu #2.

Die naechste und weitaus interessantere Strecke sollte uns an der Great Ocean Road entlang fuehren. Also die ganze Zeit am Wasser. Das erste, was wir von diesem Teil der Route mitgenommen haben, war eine atemberaubende Kueste, geformt von der Urwut des Ozeans, niemlas gleich, immer veraendernd. Wir sind das ein oder andere Mal stehen geblieben und haben Fotos gemacht, unter anderem von einer Gruppe Wale, die vor der Kueste badete. Vor allem von Felsvormationen der besonderen Art sind Bilder entstanden. Beispielsweise von den Zwoelf Aposteln, von denen sich fuenf schon verduenisiert haben und von der London Bridge, die auch nur noch zur Haelfte existiert. Und trotzdem fahren tausende von Touristen immerwieder hin, einfach weil es wunderschoen ist. So also auch wir.

Auf dem weg entlang der Kueste sollten wir auch den suedlichsten Punkt des Festlandes Australiens passieren. Den wollten wir natuerlich nicht missen und sind durch den Otway Nationalpark zum Suedspitzenleuchtturm. Leuchttuerme hat man nu auch schon nen paar gesehen, aber wenn man den Wald vor lauter Koalas nicht mehr sieht, ist das schon was besonderes. Da waren unzaehlbar viele ploetzlich ueber unseren Koepfen, sogar eine Mama mit Baby. Einfach super.

Vom Sueden wieder in den Norden nach Melbourne, an wunderschoener Kueste entlang. Und nach einer scheinbar ewigen Autofahrt endlich in Melbourne angekommen...zzz...

In Melbourne ist Winter, keine Frage, es ist nass, es ist kalt, es ist windig, aber es ist wunderbar. Diese Stadt ist mitunter die schoenste ganz Australiens. Kleine Gaesschen winden sich durch grosse Bankenviertel und an jeder Ecke ist ein Cafe. Der erste Tag in Melbourne bedeutete fuer uns einen erte Eindruck zu bekommen, der zweite Tag war ein bisschen tricky fuer mich, denn wir wurden von einem Einheimischen rumgefuehrt, Mark, ein Mann, den Martin auf Rottnest kennengelernt hat. Er hat uns wirklich alles gezeigt, von Touristenhighlights bis zu unbekannten aber wunderbaren Ecken. Der Tag hat mir wirklich vieles schoenes gezeigt, aber teilweise so schnell gesprochen, dass ich abschalten musste. Allerdings haben wir dadurch so viel von Melbourne gesehen, dass unser vergleichsweise kurzer trip sich gelohnt hat. Aber was waere Grossstadt ohne shoppen? Das wurde fuer den naechsten Tag angesetzt und ich habe das absolut genutzt, solange, bis wir uns wieder per Auto auf den Rueckweg gemacht haben.

Via Halls Gap, einem Nest mitten in den Bergen vor Adelaide, zurueck um dann nach Sydney zu fliegen und unsere letzten Tage unseres Urlaubs nochmal zu geniessen.

Montag, 10. August 2009

05.- 07. August - vom Indischen Ozean zum Pazifik - via 'Indian Pacific'

Wie kommt man von der einen Seite Australiens zur anderen? Ganz einfach - per Zug. Und zwar ueber eine der aeltesten Langstreckenverbindungen Australiens und der einzigen von West- nach Ostaustralien, ohne ein Flugzeug zu benutzen. Der Indian Pacific sieht von aussen ziemlich unspektakulaer aus, wie ein mit Wellblech ueberzogener stinknormaler Zug, der mit 'Indian Pacific' beschriftet ist. Aber eigentlich interessierte mich das Auessere auch nicht halb so viel, wie das Innere. Schliesslich sollte ich 42 Stunden darin verbringen. So war es also schon ein wenig schockierend, als ich unsere Kabine betreten sollte. Das ging naemlich nicht, zumindestens solange Martin verbluefft in der Tuer stand. Die Kabine war dermassen...winzig, dass nur zwei reinpassten, wenn sie auf den Sitzen paltziert waren. Die Sitze waren allerding sehr komfortabel, was mich hoffen liess, die Reise einigermassen entspannt zu ueberstehen. Als ich dann auch rausgefunden habe, wo sich die Betten befinden und wie sie von Wand und Decke in die richtige Position gebracht werden konnte, war ich beruhigt. Jetzt konnte es also losgehen. Tueren zu und 'Gute Fahrt!'. Unsere Fahrt sollte uns von Perth durch die Wueste nach Kalgoorlie durch die Wueste nach Cook durch die Wueste und nach langem Durch Die Wueste auch nach Adelaide, unserem Ziel, fuehren. Allerdings lagen einige Stunden langer Fahrt vor uns. Wie sollte man die sich also vertreiben? Vor allem sollte man was essen. Da es in jedem Langstreckenzug auch ein Restaurant gibt, hat es uns nach einiger Zeit dahin verschlagen, eigentlich auch mehr, um mal ein bisschen Preise zu vergleichen. Wir stellten erstaunt fest, dass sie im Bereich 'Bezahlbar' lagen, was uns zufrieden stellte. Das Restaurant gab aber auch die Gelegenheit, sich die zwanglaeufig aufsteigende Langeweile nach ungefaehr zwei Stunden Nichts zu vertreiben - und zwar mit Karten spielen. Am ersten Abend war es vor allem Romme, das Spiel ist in Australien nicht gerade bekannt, zumindestens nicht unter jungen Leuten. Also haben wir uns eine alte Dame geschnappt und mit ihr zusammen gespielt und dabei eine sehr wichtige Weissheit fuer alle uebermassigen Kartenmischer gelernt. Man hoere und verkneife sich nicht das lachen. Sie lautet: "Don't shuffle too much, otherwise you will rub off the Queens tits." - Misch nicht so viel, ansonsten reibst du die Brueste der Dame ab.
Unser abendliches Kartenspiel wurde aufgeheitert von einer Truppe volltrunkender Chaoten - Fussballfans. Die haben sich schon bevor wir den Zug betreten haben die Kante gegeben und im Zug ihr Powertrinken fortgefuehrt. Spassigerweise sagten die Spruech auf ihren Shirts schon alles - Zug, Flugzeug und Alkohol (mit dem Zug zum Spiel nach Adelaide, mit dem Flugzeug zurueck und das ganze begleitet von dauerndem Alkoholkonsum). Anfaenglich war das noch witzig zu beobachten, aber nachdem alle voll waren und einfach nur nervig aufdringlich wurden, hatte man doch die Schnauze voll. Aber an schlafen war noch nicht zu denken, schliesslich wollten wir ein bisschen Goldgraeberfeeling mitnehemn, gerade weil wir im reichsten Bereich Australiens waren. Kalgoorlie, unser erster Zwischenstop um kurz nach zehn abends, war und ist Die Goldgraberstaedt in Westaustralien. Angefangen hat das alles mit einem kleinen Stueck Gold, das Paddy Hannan 1893 gefunden hat. Damit etwas Schoenes unter der Erde liegt. Also nahmen sie die Erde auseinander und als es auf der Oberflaeche nichts mehr gab, suchten sie darunter. Dadurch entstanden viele metertiefe Mienen. Die gesiebte Erde wurde zur Errichtung der Goldgraberstadt Kalgoorlie genutzt. Schade nur, dass die Menschen damals nicht wie heute in der Lage waren, auch den letzen Staubkruemel Gold zu gewinnen. Das ist mitunter einer der Gruende, warum K. eine der wertvollsten Staedte Australiens ist, denn Kalgoorlies Haeuser stehen auf goldenem Fundament.
So waren wir also gespannt, was wir sehen wuerden. Die Stadt an sich ist nicht besonders spannend. So wie in fast jeder australischen Stadt, gibt es auch hier eine High Street. Wir haben davon aber wegen der spaeten Nachtstunde nicht viel gesehen. Viel spannender war aber auch die heutige iene und die war trotz Nachstunde hell beleuchtet und es wurde gearbeitet, wie jeden Tag, 24 Stunden lang, 365 Tage im Jahr. Unglaublich, was wir gesehen haben. Kilometerlange abgetragene Terassen aus Schutt - ein Loch mitten in der Wueste von mehreren hundert Metern Tiefe, dicke Schlepper, die die Miene hoch und runter fuhren, jedes Aufweg mit 225 Tonnen Schutt beladen, Verbrauch bei jeder beladenen Fahrt: 400l Diesel, Goldgewinn: ein Marsriegel Gold. Der Blick allein war einfach gewaltig.
Nach ein paar Fotos hiess es dann zurueck zum Zug und weiter nach Adelaide. Da es schon fast 1 Uhr morgens war, gings dann auch fuer uns ins Bett - das war der erste Test der Betten. Haben wir geschlafen??? Ich habe gewackelt, als wueder jemand mein Bett durchschuetteln, aber geschlafen habe Ich jedenfalls nicht gut. Das war echt schlimmer als auf einem Boot, hatte zwischendurch Angst aus dem Bett zu fallen. Aber immerhin hab ich ein bisschen doesem koennen und auch Martin war wenigstens ausgeruht. Am Morgen darauf war das erste was ich realisiert habe ein Fussballfan, der mit einer Vodkadose durch das Restaurant schlurfte - was fuer ein reichhaltiges Fruehstueck. Wir haben schoen gefruehstueckt und uns der besten Bestaeftigung im Zug hingegeben - Kartenspielen, aber dieses Mal Bullshit, ein neu gelerntes Spiel und Knack. Martin hat zwischendurch beschlossen, schlafen zu gehen und sich von der Nacht zu erholen, ich habe weiter gespielt. Am fruehen Nachmittag hatten wir unseren zweiten Stop - in Cook, einem Ort im Niergendwo. Die einzigen Leute vor Ort waren die Souvenirverkaeufer. Aber immerhin hatten wir die Moeglichkeit, die Lok zu fotografieren. Danach wieder in den Zug und Karten spielen. Fuer mich ging das noch bis 2:15 Uhr am naechssten Morgen so, unterbrochen von ein paar Mahlzeiten und kurzen Gespraechen mit den anderen Zuggaesten. Das Gute an stundenlangem spielen ist, dass man danach gut schlafen kann - ich hab durchgeschlafen :)
Nach 42 Stunden fahren, sind wir dann am 07.08. um 07:20 Uhr in Adelaide angekommen. Jetzt nur noch schnell ins Hostel und schlafen!

Montag, 3. August 2009

Steckengeblieben in Fremantle und Perth

Der letzte Eintrag ist nun mittlerweile ein paar Tage her. Immerhin ist es mir gelungen ein paar Bilder nachtraeglich in die Blogeintraege einzufuegen, was sich auch weiterhin reichlich schwer gestaltet.
Was ich noch gar nicht mitgeteilt habe: mir ist in Cairns meine Kreditkarte "abhanden" gekommen, was in Ayers Rock (Uluru) noch nicht zum grossen Problem wurde, dafuer jedoch umso mehr in Perth bei der Ankunft zum Hindernis wurde bezueglich der Autovermietung. Leider benoetigen fast alle Autovermietungen als Sicherheit bei einer Vermietung eine Kreditkarte, die ich ja nun nicht mehr habe. Infolge habe ich trotz bezahlten Gutscheins das Auto hier in Perth nicht mieten koennen. Wenn ich Glueck habe und ein Sachbearbeiter spaeter gute Laune hat, werde ich vielleicht etwas Geld zurueckbekommen. Das ganze setzte mir am Tag der Ankunft doch arg zu, zumal sich die Auszahlung der in bar bei Hertz hinterlegten Kaution am Ayers Rock auch schon schwierig gestaltete. Jedenfalls war der Ankunftstag erstmal gelaufen.
Positiv wurden wir dann aber von Fremantle ueberrascht, einem wunderschoenen Stadtteil (frueher war das mal eine eigenstaendige Stadt) von Perth, der Hauptstadt Westaustraliens.
In Perth leben insgesamt 2 Millionen Menschen, in gesamt Westaustralien ca. 4 Millionen. Fremantle ist ungefaehr das fuer Perth, was Bremerhaven fuer Bremen ist. Hier kamen frueher die Auswanderer bzw. Einwanderer in Westaustralien an, heute jede Menge Containerschiffe, Autotransportschiffe und jede Menge Touristen bzw. zum Entspannen aufgelegte Einwohner von Perth, die sich in den vielen schoenen Cafes, Restaurants und schnuckligen Maerkten entspannen bzw. einkaufen.
Jedenfalls mussten wir erstmal umdisponieren und unsere Westaustralienerkundung auf Fremantle bzw. Perth beschraenken, was sich aber als so gar nicht schlimm herausstellte; denn hier gibt's jede Menge zu entdecken.
Hier in Kurzform:
Am 30.07. sind wir die Strassen von Fremantle rauf- und runtergelaufen, haben auch etwas eingekauft. Abends waren wir dann in im Little Creatures, haben exzellente Pizza gegessen, die von gut aussehenden Kellnern serviert wurde, im Hintergrund Lounge-Musik ala Ibiza, dazu den Sonnenuntergang im Hintergrund. Das entschaedigte ganz gut fuer den Aerger vom Vortag.
Am 31.07. schlenderten wir durch die beiden Wochenmaerkte von Fremantle, wobei uns der Fremantle Markets deutlich besser gefiel. Das ganze findet immer von Freitag bis Sonntag statt und ist vergleichbar mit den Wochenmaerkten, die es in Berlin u.a. am Winterfeldtplatz gibt. Leider habe ich immer noch keine fuer mich gute Marmelade, d.h. mit mindestens 6o-prozentigem Fruchtanteil gefunden. In den Supermaerkten gibt's hier nur Zuckermarmelade mit Fruchtgeschmack (vielleicht etwas drastisch, aber ich bin vielleicht auch etwas verwoehnt, was Marmelade angeht). Und wo ich schon beim Meckern bin: mir fehlt hier guter Kaese und Wurst. Es gibt jede Menge Cheddar in allem moeglichen broeckligen Varianten, jedoch keinen Rohmilchkaese, geschweige denn einen einzigen guten Ziegenkaese. Fuer Franzosen muss das der Horror sein. Wenn ich wieder in Berlin ankomme, werde ich als erstes die Kaesetheke im Lafayette pluendern. ;-)
Vor allem bin ich deshalb enttaeuscht ueber die Qualitaet einiger Produkte (die Milch und der Joghurt hier sind uebrigens spitze!), weil selbst am Tag drauf bei der "Good Food and Wine"-Messe in Perth unsere Hoffnung auf die Entdeckung guten Kaeses oder guter Wurst enttauscht wurden. Allerdings gab's dort dafuer jede Menge ueber australische Weine und deren unbestreibaren Qualitaeten zu entdecken. Die Messe bestand zu 80 % aus Weinverkostungsstaenden von wohl fast allen Weinproduzenten Australiens. Allerdings konnte man auch Menues von anwesenden Fernsehkoechen zu einigermassen fairen Preisen geniessen. Das ganze lief so ab:
Fuer 30 Aussie-Dollar Eintritt und 3 Dollar extra erhielt man ein Glas, mit dem man sich jeweils ein Probeschlueckchen an den Staenden abholte, sooft man wollte und soviel man wollte, wovon auch ausgiebig und ausgelassen Gebrauch gemacht wurde. Wir verliessen gegen 15 Uhr schliesslich das Perth Convention Centre, da die Stimmung anfing zu kippen ebenso wie ein schon etliche andere Besucher. Geschmacklich empfand ich einen nach Schokolade schmecken Portwein als fuer mich herausragend.
Als weniger herausragend empfand ich hingegen einen Stand der australischen Lobbyisten mit dem Ziel die Ueberlegenheit australischer Produkte nachzuweisen mit folgender Methode: man nehme 2 Jahre alten, ranzig schmeckendes spanisches Olivenoel und neues australisches Olivenoel, fuelle es in unetikettierte Flaschen und lasse die Messebesucher testen. Das Ergebnis ist dann "australisch" eindeutig ..... nun ja ...
Am Sonntag sind wir nach dem Fruehstueck in die Hl. Messe gegangen (mit wunderschoenem Orgelspiel) und danach mit dem Schiff auf dem Swan-Fluss aufwaerts nach Perth gefahren, um dort weiter etwas die Stadt zu entdecken. Sydney-Fans moegen uns verzeihen, aber irgendwie sind wir bislang mehr von Perth/Fremantle angetan als von Sydney. Aber vielleicht aendern wir unsere Meinung ja nach bei unserem naechsten Sydney-Aufenthalt.
Heute sind Eva und ich getrennte Wege gegangen; ich bin zur Insel Rottnest und Eva ist an den Nordstrand von Fremantle gefahren. Das tat uns beiden ganz gut.
Ich konnte mich heute mit dem Fahrrad auf der Insel so richtig gut abreagieren und so einiges erkunden. Neben einsamen (jedenfalls zu dieser Jahreszeit) Straenden mit fussschmeichelndem, weichem Sand, auf denen ich mich zwischendurch ausruhen konnte, hatte ich den Spass, einen Pelikan beim Fischen und etliche Quokkas (Kurzschwanzkaengeru) zu filmen. "Rottnest" bedeutet uebrigens soviel wie "Rattennest" und beruht auf einem Missverstaendnis seitens der Britten, die die kleinen possierlichen Quokkas, die es auf der Insel zahlreich gibt, fuer Ratten hielten.
Eva hat sich am Strand und in Fremantle entspannt. Es gab heute wunderbare Wellen und damit auch etliche Surfer am Strand, die Eva mit ihren Wellenreitkuensten erfreuten.
Morgen verlassen wir die Jugendherberge in Fremantle und ziehen fuer eine Nacht nach Perth in die dortige um, damit wir am Mittwoch frueh vor der Abfahrt mit dem Zug nach Adelaide am 05.08. nicht so viel Stress haben.
In Adelaide hoffe ich, die neue von MLP an mich per Express geschickte Kreditkarte in Empfang zu nehmen und somit auch wieder ein Auto mieten zu koennen.
Ansonsten geht's uns immer noch gut, was wir auch von Euch hoffen.
Lieben Gruss